Sketchnotes können den Unterrichtsalltag erleichtern, bereichern und verschönern. Die Visualisierungen können Abläufe und Regeln deutlich machen, Grammatikkonzepte erklären, Vokabeln veranschaulichen, Ausgangspunkt für Reflexion sein, Texte zusammenfassen und Inhalte auf wenig Raum kompakt darstellen. Bilder fördern den emotionalen Zugang zu den vermittelten Inhalten und ermutigen die Lernenden, selbst visuelle Inhalte zu produzieren und zu nutzen.
In meinem eigenen Unterrichtalltag verwende ich Sketchnotes sehr gerne, aber letztlich nicht so oft, wie ich gerne würde. Am besten gelingt mir eine Sketchnote, wenn ich mich nach einer Idee einfach spontan an die Arbeit mache, ohne viel darüber nachzudenken. Sonst laufe ich Gefahr mich auf der Suche nach der idealen Visualisierung, die alle Aspekte eines Themas abdecken kann, zu verlieren – und niemals fertig zu werden.
In diesem Semester habe ich Sketchnotes bisher verstärkt als Ausgangspunkt für Reflexion genutzt und dazu, Regeln, die mir wichtig sind, zu veranschaulichen. Gerade wegen der emotionalen Beziehung, die wir mit Bildern aufbauen, erscheinen sie mir in diesen Bereichen sehr gut geeignet und unterstützen auch mich selbst sehr dabei, klar zu machen, was mir wichtig ist und warum.
Zu Beginn des Semesters lege ich großen Wert darauf, dass die Grundregeln der Zusammenarbeit im Kurs für alle klar sind – und das gelingt mit dieser visualisierten Präsentation, die ich jetzt schon seit drei Semestern nutze, viel besser als mit reinen Worten.







Nachdem die erste Gruppenarbeit des Semesters noch nicht in allen Gruppen wirklich reibungslos funktioniert hat, habe ich in der folgenden Grafik noch einmal auf einen Blick zusammengefasst, worauf es bei der Teamarbeit meiner Meinung nach besonders ankommt. Die Grafik diente dann als Grundlage, um die Zusammenarbeit in der Gruppe mit den Lernenden noch einmal zu reflektieren.

Ich halte es auch für sehr wichtig, sich Lernprozesse bewusst zu machen. Dazu habe ich die Lernenden zu Beginn des Semesters darüber nachdenken lassen, welche Situationen in Ihrem Leben als Deutschlernende sie ihrer Komfortzone, ihrer Wachstumszone und ihrer Gefahrenzone zuordnen würden. Ihre Notizen haben die Lernenden bei sich behalten und am Ende des Semesters werden wir die Aufgabe noch einmal wiederholen, um zu schauen, was sich seit Beginn des Semesters verändert hat.

Last but not least, habe ich in diesem Semester immer wieder Arbeitsanweisungen gesketched – mit der Hoffnung, dass durch die visuelle Unterstützung noch klarer wird, was in welcher Reihenfolge zu tun ist. Nachdem ich in den letzten Monaten in meinen Videoprojekten Text meist mit der Hand geschrieben habe, habe ich jetzt auch hier der Einfachheit halber mit der Hand geschrieben, was dem Ganzen auch noch eine kleine persönliche Note gibt. 🙂

