Was ich am Sketchnoten am meisten liebe, ist, dass es ermöglicht, Denken und Fühlen zu verbinden. Ich verstehe immer noch nicht, wie das eigentlich funktioniert, aber gerade bei schwierigen bzw. sehr emotionalen Themen drücken Visualisierungen oft etwas aus, was mit Worten nur schwer zu beschreiben ist. Ich habe auch das Gefühl, dass ich in dem Moment, wo ich etwas gezeichnet vor mir sehe, eher die Möglichkeit habe, es auch wirklich zu verstehen und zu integrieren – nicht nur auf der Ebene des Verstandes, sondern auch des Herzens. Bei Worten fällt mir das viel schwerer.
Manchmal lese oder höre ich etwas, was mich besonders berührt oder ein Thema anspricht, das mich gerade besonders beschäftigt, und dann verarbeite ich es in einer Sketchnote. So ging es mir zum Beispiel mit einem YouTube-Video von Brene Brown, in dem es darum ging, wie man mit respektlosem Verhalten umgehen sollte. Hier habe ich den Hauptvortrag auf einer Sketchnote zusammengefasst, brauchte dann aber noch ein paar einzelne Sketches für Informationen, die ich noch einmal extra herausgreifen wollte.




Brene Browns Werk hat mich sehr beeindruckt – vor allem der Punkt, wie notwendig Verletzlichkeit ist, um mit anderen wirklich eine Beziehung aufbauen zu können. Was es dafür aber wirklich braucht, sind vertrauenswürdige Partner:innen und da stellt sich die Frage, was eigentlich Vertrauen ausmacht und wie man so eine vertrauensvolle Atmosphäre schaffen kann. Bei einem Workshop von Ben Crothers und Axelle Vanquaillie konnte ich diese Idee weiterentwickeln und auf einen Sketch konzentriert, der für mich wirklich gut veranschaulicht, was Vertrauen heißt.

Schon vor zwei Jahren habe ich auch einmal versucht, für mich in einer Sketchnote zu definieren, was zwischenmenschliche Beziehungen ausmacht und welche Verhaltensweisen Beziehungen zerstören. Mein Zeichenstil hat sich seit damals etwas verändert, aber inhaltlich sehe ich das heute immer noch genauso. 🙂
