Luxemburg ist eine Stadt, die ich lange nur von der Durchreise kannte. Mittlerweile habe ich die Stadt ein bisschen näher kennengelernt und bin immer wieder begeistert von der Mischung unterschiedlicher Sprachen, der Kombination von Moderne und Tradition, Stadt und Natur, „Ville haute“ und „Ville basse“ und den unzähligen kleinen Details im Stadtbild.


Besonders schön ist der untere Stadtteil, der „Grund“, wo die Petruss in die Alzette mündet. Am Ufer der Alzette befindet sich die Statue der Melusina, die von dem Luxemburger Künstler Serge Ecker gestaltet wurde. Die Nixe Melusina war die Ehefrau von Graf Siegfried von Luxemburg und ist Teil des Gründungsmythos der Stadt Luxemburg. Das Paar, das sich am Ufer der Alzette getroffen hatte, lebte hier viele Jahre glücklich zusammen und der Graf akzeptierte, dass seine Frau sich einmal in der Woche zurückzog und nicht gestört werden durfte. Mit der Zeit wurde er aber misstrauisch, beobachtete sie heimlich und entdeckte schließlich, dass seine Frau eine Nixe war, worauf sie für immer verschwand.


Ich spaziere gerne durch die Stadt und betrachte dabei Fassaden, Schilder, Schriftzüge und Verzierungen auf Türen und Toren. Ein besonderes Faible habe ich für die Schmiedeeisenverzierungen auf Türen, wie man sie in dieser Region oft findet. Auf dem Tor eines Hauses in der Nähe des Bahnhofs habe ich ein kleines Schmiedeeisenkunstwerk entdeckt, das mich ganz besonders fasziniert und gleich an ein wunderschönes Lied von Michel Polnareff erinnert hat – „L’Homme qui pleurait des larmes de verre“. (Eine besonders schöne Interpretation dieses Liedes findet sich hier). Das Schmiedeeisen-Muster habe ich nach meiner Rückkehr am Tablet nachgezeichnet. Das ist eine unglaublich beruhigende Beschäftigung und im Anschluss kann man die Zeichnungen als Ausmalbilder ausdrucken. Irgendwann werde ich mir so ein ganzes Malbuch zusammenstellen. 🙂


Ein besonderes Highlight des Aufenthalts in Luxemburg war der Besuch der „Villa Vauban“, wo ich das erste Mal bewusst eine der „Nana“s von Niki de Saint Phalle gesehen habe. Niki de Saint Phalle ist eine Künstlerin, die ich sehr bewundere, und ich liebe die positive, lebendige und freudige Weiblichkeit, die ihre Nanas ausstrahlen.


Wieder zuhause habe ich einige meiner Eindrücke des Kurzurlaubs in einer Sketchnote verarbeitet. Ich habe während des Sommers begonnen, mehr digital zu sketchen, wobei mir der Kurs „Digital Sketchnoting“ auf „Verbal to Visual“ eine große Hilfe war. Mittlerweile habe ich mich ganz gut in die App Concepts eingearbeitet und die Urlaubseindrücke lieferten ein gutes Übungsfeld, um mit Farben, Linien und Aufbau zu experimentieren. Ich habe auch gezielt versucht, mich selbst als kleine Figur in die Sketchnote einzubringen, um alles ein bisschen „menschlicher“ und persönlicher zu machen. 🙂
Und so sieht dann mein Aufenthalt in Luxemburg – zusammengefasst auf einem digitalen A4-Blatt – aus:
