Im Frühjahr 2026 hat mich eine ehemalige Kollegin, die eine Fotoausstellung zum Thema „Jobreality“ (https://jobreality.net/) in einer Volkshochschule in Wien plante, gefragt, ob ich vielleicht als Gastkünstlerin eine oder zwei Sketchnotes beitragen möchte. Ich fand die Idee extrem spannend – gerade deshalb, weil man sich beim Sketchnoten immer wieder vor Augen hält, dass es um Ideen und gerade nicht um Kunst geht. Diese Ideen aber einmal in einem künstlerischen Kontext präsentieren zu können, fand ich extrem reizvoll. Es war mir wichtig, dabei vom Stil her ganz authentisch und betont spartanisch zu bleiben: Reine Schwarz-Weiß Zeichnungen, keine Schatten, minimale Attribute bei den Zeichnungen von Menschen, ein Bewusstsein, dass Text UND Bild wichtig sind, und Strukturen, die den Zusehern ermöglichen, die einzelnen Elemente in der von ihnen gewählten Reihenfolge zu erschließen – ein Bekenntnis zu Struktur und gegen Hierarchie, die eine bestimmte Lesrichtung vorgibt. Also Sketchnotes, wie ich sie für mich selbst gerne mache, um ein Thema besser zu verstehen und tiefer zu erschließen. 😊


Entstanden sind zwei Sketchnotes in A3 zum Thema Arbeitswelt, die ganz unterschiedliche Ansätze haben. „Corporate Playground“ zeigt vier Facetten des Arbeitslebens in einem Unternehmen – übertragen auf vier unterschiedliche Kinderspiele, die nicht viel Spielerisches an sich haben. Die zweite Sketchnote „Ein Berg Arbeit – wörtlich genommen“ arrangiert unterschiedliche Sprichwörter und Redewendungen rund um Arbeit und Erholung, Erfolg und Misserfolg, innerhalb der Struktur eines Berges. Ausgangspunkt war hier der Text und die größte Herausforderung war, wie ich die Ausdrücke, die ich unterbringen wollte, in einen logischen Zusammenhang setzen könnte.
Das Zeichnen selbst war weniger aufwändig, die Sammlung der Ideen dagegen brauchte eine Menge Zeit und fand vor allem in betont schlampigen Notizbuch-Zeichnungen statt. Ich glaube, ich zeichne Ideen für mich selbst immer absichtlich nur ungefähr, um erst gar nicht in Versuchung zu kommen, mehr als die Quintessenz auszuführen. Wenn ich mich zu sehr aufs Zeichnen konzentriere, besteht die Gefahr, dass mir die Idee einstweilen abhanden kommt und wegflattert. 😉 Erst, als die Struktur prinzipiell klar war, habe ich begonnen, sie auch digital auszuarbeiten und Feedback aus allen möglichen Richtungen einzuholen, was zu keinen größeren Änderungen, aber einigen kleinen Anpassungen geführt hat. Vielen Dank an all die lieben Menschen, die sich mit den Zeichnungen auseinandergesetzt und ihre Eindrücke mit mir geteilt haben – Ihr seid die Besten!!!!! ❤️


Für die Vernissage am 8. Oktober habe ich die Poster ausgedruckt und gerahmt, und war dann doch auch sehr aufgeregt, meine Sketchnotes in einem solchen Rahmen präsentieren zu können. Damit Menschen, denen die Sketchnotes gefallen, auch Zugang dazu haben können, habe ich parallel einen Payhip Shop eingerichtet, in dem sie digital heruntergeladen werden können. Falls Sie Lust bekommen haben, hier ist der Link: https://payhip.com/paulik

