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Nachdenken mit dem Stift: Thema Arbeit

Für mich sind Sketchnotes der optimale Weg, um meine Gedanken zu ordnen, noch Unbestimmtes und Unbewusstes an die Oberfläche zu holen, Strukturen zu erkennen und oft ganz unerwartete Lösungen für Probleme zu finden. Wenn ich eine schwierige Situation gezeichnet vor mir sehe, habe ich immer Lust, etwas zu verändern, etwas dazuzuzeichnen und eine Lösung zu finden. Irgendwie schaffen es visuelle Notizen, mein Gehirn mit meinem Bauchgefühl, meiner Intuition und meinen Emotionen zu vernetzen, und ich bin sehr dankbar dieses Tool nutzen zu können, um kreativere Problemlösungen finden zu können.

Ein Thema, das mich immer wieder beschäftigt, ist das Thema Arbeit. Welche Voraussetzungen brauche ich, um gut arbeiten zu können? Wie fühlen sich die Dinge, die ich tue, für mich an? Wann fühle ich mich freudvoll, erfüllt und produktiv, wann ganz im Gegenteil ausgelaugt, frustiert und machtlos? Wie gehe ich mit mir selbst um, wenn ich selbstständig arbeite und damit ganz allein für mein Arbeitsumfeld verantwortlich bin? Es ist ein stetiger Reflexionsprozess, wobei es mir nicht darum geht, meinen Arbeitsprozess immer effektiver zu gestalten und meine „Performance“ zu erhöhen, sondern darum, ein Gleichgewicht zu finden und mich im Arbeitsleben erfüllt und am richtigen Platz zu fühlen. Dieser Reflexionsprozess wird von Zeichnungen perfekt begleitet.

Ich weiß mittlerweile, dass es für mich sehr wichtig ist, etwas zu erschaffen, wirklich ins Tun zu kommen, dass meine Arbeit Sinn macht und wirklich abgeschlossen werden kann. Projekte, in die viel Energie fließt, die aber aufgrund äußerer Gegebenheiten niemals umgesetzt werden, fühlen sich für mich wie ein Fass ohne Boden an und tun mir überhaupt nicht gut, was sich in der folgenden Visualisierung zeigt.

Ausgangspunkt dafür war ein Impuls von Doug Neill auf der Plattform Verbal to Visual, der fragte, wie wir aus einem Waschbecken eine visuelle Metapher machen könnten. Wenn ich mir die Zeichnungen ansehe, weiß ich sofort wieder, wie sich sinnlose und sinnvolle Arbeiten anfühlen.

Vor einigen Monaten bin ich im Rahmen eines Coachings dem Thema Arbeit noch systematischer auf den Grund gegangen. Dabei bekam ich die Aufgabe, herauszufinden, wie ich mir ein optimales Arbeitsumfeld vorstelle. Ich habe es zuerst mit Hilfe von Post-its visualisiert und dann in einer Sketchnote zusammengefasst, die zeigt, zwischen welchen Extremen ich meinen perfekten Mittelweg zu finden versuche. Das ist auch besonders wichtig, wenn ich an einem Projekt arbeite, das ich selbst plane und durchführe – und in dem ich allein dafür verantwortlich bin, mir ein adäquates Arbeitsumfeld zu schaffen. Es gelingt mir nicht immer, aber manchmal schaffe ich es schon, mich gut im Mittelfeld zu halten. 🙂